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Entwicklung und Aufgaben des Studienseminars (Auszug aus der Chronik) Mit dem Rundschreiben des Ministeriums für Bildung und Kultur vom 31. März wurde das Staatliche Studienseminar für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Westerburg zum 1. August 1993 eingerichtet. Das Ministerium beauftragte den Diplom-Pädagogen und Rektor Ulrich Krämer mit dem Aufbau des Studienseminars.
Am 26. November 1993 fand die offizielle Eröffnung des Studienseminars statt. Die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung und Kultur, Frau Dr. Rose Götte, rief die jungen Lehramtsanwärterinnen und -anwärter auf, mutig die Vorstellung von einer besseren Schule in die Tat umzusetzen. Die Aufgaben der Schule seien, betonte sie, heute äußerst vielfältig. ”Der Aspekt des Pädagogischen” gehöre untrennbar zur Ausbildung der jungen Lehrer. Identitätsfördernd sollte besonders die Einführung eines Namenspatronats wirken. Mit Adolf Reichwein war bald ein ernstzunehmender Vorschlag gefunden. So wurde zum 1. August 1994 dem Studienseminar Westerburg als Zusatz zur Schulartbezeichnung der Name Adolf-Reichwein-Studienseminar vom Ministerium verliehen. Damit sieht man sich in der Tradition des engagierten Reformpädagogen, Demokraten und Widerständlers, der 1944 von den Nazis hingerichtet wurde. Seit 1996 ist das Studienseminar Mitglied im Adolf-Reichwein-Verein.
Mehrmals seit 1994 besuchte Professor Dr. Wolfgang Klafki das Studienseminar. Zuletzt geschah dies anlässlich des Sommerfestes 2000, als auch das im Studienseminar entstandene Buch „Seminarwerkstatt Offener Unterricht“ vorgestellt wurde.
Am 19.6.1995 gründeten Freunde des Studienseminars Westerburg einen Förderverein. Er betätigt sich bei Projekttagen und Schullandheimaufenthalten, kulturellen Veranstaltungen und Tagen der offenen Tür, der Herausgabe von Informationsschriften und bei seminarinternen Fortbildungen. Die Versammlung wählte Helmut Schönberger (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg) zum Vorsitzenden.
Am 4. März 1998 eröffneten engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Adolf-Reichwein-Studienseminar eine Lernwerkstatt. Begonnen wurde mit einer Sinneswerkstatt Wald und einer Schreibwerkstatt. Später kamen eine Museumswerkstatt in Zusammenarbeit mit dem "Museum in der Schule" in Selters und eine Lernwerkstatt "Natur in der Schule" an der Grundschule Girod hinzu.
Von Beginn an wirkte der Seminarleiter darauf hin, das Profil des Studienseminars zu gestalten und die Seminarentwicklung zu fördern. Dabei sollten Formen des Offenen Unterrichts, selbstständiges Arbeiten, methodisches und soziales Lernen der Lehramtsanwärterinnen und –anwärter verstärkt in die Ausbildungsarbeit integriert werden. Dazu wurden die Ausbildungspapiere „Anregungen zur Reflexion und Planung von Unterricht“, „Gesichtspunkte für die Beurteilung von Unterricht im Vorbereitungsdienst“, „Beurteilung der Hausarbeit“ und „Gesichtspunkte für die abschließenden Beurteilungen“ von den Fachleiterinnen und Fachleitern in Zusammenarbeit mit den Anwärtern gründlich überarbeitet.
Weiterhin fanden mehrere Fortbildungen zu „Innovationen in Schule, Universität und Studienseminar“ und „Moderationsmethoden in der Ausbildung (Methodentraining)“ statt. Die Profilbildung des Studienseminars mündete schließlich im Jahr 2000 mit den „Leitgedanken“ als gemeinsame Grundlage der Ausbildungsarbeit in ein Seminarprogramm ein.
(Text: Eckard Hanke, FL)
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